Abtreibung trifft immer die Schwächsten

Immer wieder thematisieren radikale Abtreibungsgegner*innen Menschen mit Behinderung, um so gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbruch zu agitieren. Dabei sprechen sie davon, dass die „Schwächsten unserer Gesellschaft“ geschützt werden müssten. Einige nutzen in diesem Kontext den Begriff „Euthanasie“ und relativieren so die Verbrechen der Nationalsozialisten.

Mit „den Schwächsten“ meinen „Lebensschützer*innen“ Föten, bei denen im Zuge einer Pränataldiagnostik (PND) eine positive Diagnose gestellt wurde. Eine positive Diagnose bedeutet, dass der Fötus womöglich mit einer Behinderung auf die Welt kommt. „Womöglich“, da PND keine eindeutige Diagnose, sondern lediglich eine Wahrscheinlichkeit für eine Behinderung liefern kann. Die selbst ernannten „Lebensschützer*innen“ setzen seit einiger Zeit gezielt auf diesen Themenkomplex und instrumentalisieren Menschen mit Behinderung so für ihre Zwecke. Menschen pauschal als „schwach“ zu bezeichnen ist manipulativ und dient ausschließlich ihrer Agenda.

Mehr über Selbstbestimmung in einer patriarchalen, kapitalistischen, behinderten- und kinderfeindlichen Gesellschaft findet Ihr hier. Ausführlich wird das Thema in den Büchern „Kulturkampf und Gewissen“ von Eike Sanders, Kirsten Achtelik und Ulli Jentsch (erschienen im Verbrecher Verlag 2018) und in Kirsten Achteliks Buch „Selbstbestimmte Norm“ (erschienen im Verbrecher Verlag 2015) behandelt.