Stimmen der Gegner*innen

Wir schauen uns in diesen Tagen selbstverständlich auch die Gegenseite an. Bei Antifeminist*innen und Abtreibungsgegner*innen schrillen offenbar die Alarmglocken. Egal ob „Pro Femina“, „Aktion Lebensrecht für Alle“, „AfD“ oder „Christdemokraten für das Leben“ … sie alle betonen, dass auch in dieser Ausnahmesituation der staatliche Zugriff auf den Uterus nicht gelockert werden darf.

CDL bezeichnet Mifegyne als „Tötungsmittel“

Die „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) bezeichnen den Vorstoß der „Doctors for Choice“, die kürzlich ein Statement herausgegeben hatten, in einem Kommentar als „ethisch erbärmlich und medizinisch ebenso unverantwortlich“. Behauptet wird, dass es den Ärzt*innen um finanzielle Interessen gehe und „Abtreibungsbefürworter“ Angst vor sinkenden Abtreibungszahlen hätten.

Hintergrundinformationen zu den „Christdemokraten für das Leben“ findet Ihr hier.

Pro Femina/ 1000plus bettelt und betet

Sollten Beratungen in Zukunft online und auch telefonisch möglich sein und Beratungsscheine per E-Mail oder per Post zugestellt werden, sei ein „Dammbruch“ zu befürchten. So wird Kristijan Aufiero, Vorsitzender von „pro femina“, in der rechtskatholischen „Tagespost“ zitiert. Das Verwirrende: Aufiero gibt im gleichen Artikel an, selbst „vollständig Internet-basiert“ bzw. „fast ausschließlich schriftlich oder am Telefon“ zu beraten … muss man nicht verstehen.
Auf der Webseite der Abtreibungsgegner*innen wird in diesen Tagen einerseits um Geld gebettelt, andererseits laden sie zum Gebet ein.

Am 8. April. veröffentlicht 1000plus ein Video mit dem Vorsitzenden des Vereins Kristijan Aufiero.

Das Setting: Im Hintergrund ein Poster mit einer hochschwangeren Frau und dem Slogan: „Mein Bauch gehört dir“ (seriously?!).  

Unterlegt mit säuselnder Klaviermusik erzählt Aufiero von seinen Zukunftsängsten. Diese plagen den Vorsitzenden der Anti-Abtreibungsinitiative Pro Femina/ 1000 plus, denn die selbst ernannten „Lebensrechtler“ erwarten aufgrund der Corona-Krise einen Spendeneinbruch um 50% bis mindestens Juni/ Juli. Umgerechnet sind das laut Aufiero rund 300.000 bis 400.000€. Denn eine der Einkommensquellen, so genannte „Babyflaschen-Aktionen“, versiegt in Zeiten von Corona und geschlossenen Kirchen. Nach eigenen Angaben seien 50 der geplanten Aktionen bereits verschoben oder ganz abgesagt. Eigentlich sollten Anhänger*innen des Vereins in Gottesdiensten ihre Initiative vorstellen und Babyflaschen verteilen, in diesen werden dann Spenden von Gemeindemitgliedern gesammelt. Aufieros Bitte zum Schluss: „Beten sie für Schwangere in Not“. 

Das werden wir nicht tun, stattdessen drücken wir die Daumen, dass diese Krise das Ende der Abtreibungsgegner*innen bedeutet 

Hintergrundinformationen zu „Pro Femina“ findet Ihr hier.

„Schwangerschaftsabbruch keine lebensrettende Behandlung“

Laut „Tagespost“ befürchtet Alexandra Linder vom „Bundesverband Lebensrecht“, dass in Zeiten von Corona Frauen der Zugang zu Abtreibungen erleichtert und zudem suggeriert werde, dass es sich um eine Kleinigkeit handle, „so als ob man sich ein Rezept nach Hause schicken lässt“. Linder weiter: „Da Abtreibung aber keine lebensrettende Notfallbehandlung ist und man normalerweise nicht an einer Schwangerschaft sterben muss, ist diese Argumentation vom Grundsatz her falsch“, so Linder. Man verweigere den Frauen keine lebensrettende Behandlung, „sondern die Tötung ihres Kindes, was einem rechtsstaatlichen Handeln entspricht“.

Verwirrendes von der „Aktion Lebensrecht für Alle“

In einem Beitrag vom 29. März 2020 führt „ALfA“ in einem Beitrag auf ihrem Blog aus, dass das Schwangerschaftskonfliktgesetz vorschreibe, dass Beratungsstellen in wohnortnähe vorhanden sein müssten. Würde eine Beratung per Telefon oder online erfolgen, dann wäre das Gesetz hinfällig. Die Zwangsberatung bezeichnen sie als letzten „Rettungsversuch“, die Lösung zunächst telefonische oder digitale Beratung anzubieten, um Berater*innen und ungewollt Schwangere vor dem Virus zu schützen, als „Schnapsidee“. 

Die Jugendorganisation der ALfA Jugend für das Leben schreibt auf ihrem Facebook Kanal davon, dass die „Abtreibungslobby“ auch in Zeiten von Corona möglichst viele Abtreibungen erreichen möchte.

Hintergrundinformationen zur „Aktion Lebensrecht für Alle“ findet Ihr hier.

„Antifa Clubs“ und „Gender Gaga“ – die AfD untertrifft sich selbst

Während von der „Alternative für Deutschland“ (AfD) allgemein derzeit glücklicherweise nicht viel zu hören ist, hat die AfD Bayern nichts besseres zu tun als ein Ende von „Antifa Clubs“ und „Gender Gaga“ zu fordern. Ulrich Singer, sozialpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag, schreibt in einem Post auf Facebook davon, dass die AfD „Forderungen, durch die die Tötung ungeborenen Lebens erleichtert werden sollen“ ablehne. Jan Schiffers postet auf Facebook ähnliches: „Von der mehrfach umbenannten SED ist man ja einiges gewohnt. Aber die aktuelle Pandemie ausnutzen, um die eigene menschenverachtende Ideologie durchzusetzen ist ein neuer Tiefpunkt und einfach nur beschämend.“ Singer und Schiffers waren zwei der drei Abgeordneten, die im Oktober 2019, eine Anfrage an die Landesregierung stellten, um herauszufinden wo, wie, wann und unter welchen Voraussetzungen Menschen in Bayern abtreiben.

Hintergrundinformationen zur AfD findet Ihr hier, den Hintergrundbeitrag zur AfD-Anfrage findet Ihr hier.

Die Familie als „Kraftzelle“

Bei der „Demo für alle“ wird in diesen Tagen die Gefahr eines „übermächtigen Staates für die Familie“ beschworen. Hedwig von Beverfoerde, Sprecherin der konservativen, antifeministischen und LGBTIQ-feindlichen Gruppierung schreibt in ihrem Newsletter davon, dass die Familie die „systemrelevanteste Gruppe der Gesellschaft überhaupt“ sei.

Hintergrundinformationen zur „Demo für alle“ findet Ihr hier.

Keine antifeministische Debatte ohne Birgit Kelle …

Die Antifeministin Birgit Kelle schreibt auf Twitter: „Bei der #Abtreibung-Lobby sorgt man sich, dass durch die #Corona Krise nicht genug Kinder sterben, weil sich die medizinische Versorgung derzeit tatsächlich auf die Heilung statt auf die Tötung von Menschen konzentriert. Es macht sprachlos.“ 

 

 

 

 

 

 

Verschwörungstheorien bei Durchblick e. V.

Beim Verein „Durchblick“ ist in einem Facebook Post die Rede von der „Abtreibungslobby“, die versucht, die Beratungspflicht zu kippen. Der Begriff „Lobby“ suggeriert einerseits, dass es eine einflussreiche Gruppe von Menschen gibt und andererseits, dass diese Gruppe Politik und Gesellschaft dazu bewegen möchte, dass in diesem Land möglichst viele Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden. 

Doch Pro Choice bedeutet nicht Pro Abtreibung, Pro Choice bedeutet, dass Menschen die keine Kinder (mehr) möchten die Möglichkeit haben, eine ungewollte Schwangerschaft sicher und legal abzubrechen. 

Mehr Informationen zum Verein Durchblick findet Ihr hier.