Ein Jahr nach Hanau: Lernt ihre Namen – ihre Geschichten – lernt den Schmerz

  • Gökhan hat sich erst einmal um alle anderen gekümmert, dann um sich selbst.
  • Sedat liebte die Freiheit, das Reisen und den Sommer und er machte die beste Shisha in der Stadt.
  • Said Nesar hatte vier Geschwister und immer ein Lächeln im Gesicht. Er brachte alle um sich herum gerne zum Lachen. 
  • Mercedes war nur streng, wenn es um Schule ging. Für ihre beiden Kinder war sie die beste Freundin auf der Welt. 
  • Hamza war ruhig und zielstrebig schon als Kind, auf ihn konnte man einfach nicht wütend sein.
  • Vili konnte sechs Sprachen. Er wollte noch studieren und die Welt sehen. 
  • Ferhat hat immer zugehört und einen Rat gewusst. Er wollte ein Buch schreiben. 
  • Kaloyan arbeitete viel, für die Familie und seinen Sohn in Bulgarien.
  • Fatih war ein liebevoller Mensch, kein Typ der viel raus ist, er war viel arbeiten und mit seiner Lebensgefährtin zu Hause. 

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Themenseite für die Proteste gegen den „Marsch für das Leben“ ist live

Am 20. März 2021 plant der Anti-Abtreibungsverein „Stimme der Stillen“ den ersten „Marsch für das Leben“ in München. Wir rufen für diesen Tag zu einer feministischen Demonstration mit Kundgebung und Protesten gegen diese regressive Scheiße auf. Geht mit uns für reproduktive Selbstbestimmung, für Feminismus und für eine emanzipatorische Gesellschaft auf die Straße.

Damit Ihr stets up to date seid und alle Informationen auf einen Blick abrufen könnt, haben wir eine Themenseite erstellt. Dort veröffentlichen ab sofort alles Wesentliche rund um die Proteste.

40 Tage gegen reproduktive Rechte

In einer gemeinsamen Veranstaltung von Pro Choice Passau und der Antisexistischen Aktion München referiert Lina Dahm über die Initiative „40 Tage für das Leben“ sowie Ideologie und Methoden radikaler Abtreibungsgegner*innen.

Am 17. Februar beginnen in Passau und München erneut „Mahnwachen“ der Initiative „40 Tage für das Leben„. Darum organisieren Pro Choice Passau (Facebook-Link) u
nd die Antisexistische Aktion München am 26. Februar 2021 um 19 Uhr einen Online-Vortrag zur Initiative „40 Tage für das Leben“ mit Lina Dahm.    Weiterlesen

Ein Blick auf 2021: Die Straße nicht den Fundis überlassen!

Hast Du Dir schon einmal die Frage gestellt, was Du tust, solltest Du jetzt ungewollt schwanger werden? Wüsstest Du was zu tun ist?

Viele beantworten diese Fragen mit nein und sind sich nicht darüber im Klaren, dass ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland eigentlich strafbar ist (1)! Bist Du ungewollt schwanger und willst Dich nicht strafbar machen, dann musst Du erst einmal über einige Stöckchen springen. Die aktuelle Gesetzeslage sieht nämlich vor, dass Du Dich in einer staatlich anerkannten Beratungsstelle beraten lassen musst, dort erhältst Du einen Beratungsschein sowie Adressen von Ärzt*innen, die den Abbruch vornehmen. Welche Methode sie dabei anwenden musst Du telefonisch erfragen, denn auf ihren Webseiten dürfen sie das laut Gesetz nicht veröffentlichen (2). Nach der Beratung will der Gesetzgeber, dass Du nochmal drei Tage wartest und auch wirklich darüber nachdenkst, ob Du den Eingriff willst. Derweil tickt die Uhr, denn Schwangerschaftsabbrüche sind in der Regel nur bis zur zwölften Schwangerschaftswoche straffrei.

Klingt bevormundend und stressig? Ist es auch. Weiterlesen

„Sehr viele der Taten sind vergessen“ – Gespräch mit Robert Andreasch zur Mord- und Anschlagsserie der „Gruppe Ludwig“

Artikel in der Süddeutschen Zeitung nach dem Anschlag. Quelle: a.i.d.a.-Archiv

Am 7. Januar 2021 jährt sich zum 37. Mal der rechte Anschlag der „Gruppe Ludwig“ auf den Club „Liverpool“ in München. Wer war die „Gruppe Ludwig“, was geschah am 7. Januar 1984 in der Schillerstraße in München und welche Kontinuitäten finden sich in Bezug auf den rechten Terror von damals bis heute? 

Gemeinsam mit dem Münchner Journalisten Robert Andreasch werfen wir anlässlich des Jahrestages des Anschlags in einem Gespräch einen Blick zurück ins Jahr 1984. Wir sprechen über die Anschlags- und Mordserie der „Gruppe Ludwig“, die Opfer, über das was wir wissen und jenes, was noch zu recherchieren und zu tun ist.

Die Aufnahme des Gesprächs könnt Ihr Euch hier anhören.

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Erinnern heißt Kämpfen!

Unser Aufruf zur Gedenkkundgebung am 7. Januar 2021 um 18:30 Uhr in der Schillerstraße.– English below – 

Am 7. Januar 1984 werfen zwei junge Männer je einen Kanister Benzin in den Eingangsbereich der Diskothek „Liverpool“ in der Münchner Schillerstraße und setzen das Lokal in Brand. Acht Menschen werden verletzt. Corinna Tartarotti, eine Barangestellte, erliegt drei Monate später ihren schweren Verletzungen. Sie war 20 Jahre alt.

Verübt wurde der Anschlag von Wolfgang Abel und Marco Furlan, auch bekannt als „Gruppe Ludwig“, die zwischen 1977 und 1984 in Norditalien und München mindestens fünfzehn Menschen ermordeten und viele bei ihren Brandanschlägen verletzten. Die Opfer sind Sexarbeiter*innen, Schwule, Drogenabhängige, vermeintlich vom „rechten Weg“ abgekommene Geistliche oder eben Besucher*innen von Clubs wie dem „Liverpool“. Es sind Menschen, die damals keine Lobby hatten und auch heute noch vielfach ausgegrenzt werden. Weiterlesen

Tag X – Gemeinschaftlicher Widerstand. Solidarität. Feminismus.

Am 3. Dezember 2020 soll fünf Genoss*innen in Hamburg der Prozess gemacht werden. Sie hatten sich an den Protesten gegen den G20 Gipfel in Hamburg 2017 beteiligt und werden dafür nun kriminalisiert. Heute ist Tag X und wir beteiligen uns mit diesem kurzen Video am bundesweiten Aktionstag unter dem Motto „Gemeinschaftlicher Widerstand“. Unsere Solidarität geht raus an diejenigen, die ab kommender Woche in Hamburg vor Gericht stehen. Wir sind in Gedanken bei Euch und wünschen Euch und Euren Lieben viel Kraft!

Den eingesprochenen Text könnt Ihr hier nachlesen … Weiterlesen

Gegen patriarchale Gewalt! Unser Grußwort und Statement zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.

Am heutigen „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ organisieren Dresdner Genoss*innen eine Kundgebung, um gegen patriarchale Gewalt zu demonstrieren. Wir durften einen Redebeitrag beisteuern, den wir gerne auch hier teilen möchten:

Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem (Ex-) Partner ermordet. Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Die Corona-Pandemie verschärft die ohnehin schon desolate Situation, die häusliche Gewalt steigt an. Übergriffe auf Trans*personen, queere Menschen, Schwule und Lesben haben 2019 ein Rekordhoch erreicht. Und wer von den Opfern spricht, sollte von den Tätern nicht schweigen! Weiterlesen

Münchner Stadtratsbeschluss zeigt: Proteste christlicher Fundis gefährden Versorgungssituation bei Abtreibungen

Fundis und ihre Schilder beim monatlichen „Gebetsvigil“ in München.

Seit vielen Jahren terrorisieren Münchner Abtreibungsgegner*innen verschiedenster Couleur Kliniken, Beratungsstellen und ungewollt Schwangere. Neben Kundgebungen, Fake-Beratung oder Aufmärschen, stehen sie bei so genannten Gebetsvigilien“ und Mahnwachen regelmäßig direkt an jenen Orten, an denen Menschen Hilfe und Unterstützung suchen.

Die Folge: Es gibt immer weniger Ärzt*innen, die Abtreibungen durchführen. Die Zahl der Kliniken und Praxen, die theoretisch Schwangerschaftsabbrüche anbieten und dieses bei den Behörden meldeten, sank von 2.050 im Jahre 2003 auf 1.128 Stellen im ersten Quartal 2020. Das ist ein Rückgang um fast 45 Prozent! Bayern steht bei der pro Kopf Versorgung besonders schlecht da, so gibt es in Berlin 137 (1:27.000) im viel größeren Bayern lediglich 92 Stellen (1:142.000) [1].

Auf lokaler Ebene werden keine Zahlen erhoben, ein kürzlich im Münchner Stadtrat diskutierter und beschlossener Antrag [2 & 3] offenbart aber, dass die Versorgungslage bei Schwangerschaftsabbrüchen auch in München schlechter wird und veranschaulicht, welche Rolle radikale Abtreibungsgegner*innen dabei spielen.

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Offener Brief an das Backstage München

Schon wieder lädt das „Backstage“ in München gestandene Antisemiten und Sexisten ein. Zusammen mit dem Linken Bündnis gegen Antisemitismus und den Jusos München haben wir den unten stehenden Brief an Herrn Stocker, den Betreiber des Ladens kontaktiert.

Sehr geehrter Herr Stocker,

am 2. Dezember werden bei Ihnen im Münchner Backstage die Bands Marduk und Eisregen auftreten. Aufgrund antisemitischer und rassistischer Aussagen einzelner Bandmitglieder von Marduk und ihrer Vernetzung mit der Neonaziszene kritisieren wir die Entscheidung, dieser Band in München eine Bühne zu bieten. Wir fordern Sie dazu auf, den Auftritt von Marduk abzusagen.

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